Therapeutische Haltung
Störungsspezifische Interventionen wende ich nur punktuell an, da sie meiner Meinung nach zu kurz greifen und der Komplexität der menschlichen Seele nicht gerecht werden. Ich betrachte die individuelle Lern- und Lebensgeschichte einer Person oder Familie und arbeite ursachenorientiert. Dafür wende ich oft Interventionen aus der IRRT (Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy) an. Dies ist eine imaginative Therapiemethode, welche ursprünglich für Traumafolgestörungen entwickelt wurde, aber grundsätzlich bei allen psychischen Erkrankungen angewendet werden kann.
Ich verstehe Therapie als Begegnung von zwei oder mehreren Menschen. Eine wohlwollende, wertschätzende und herzliche therapeutische Beziehung ist die Grundlage für Veränderung und Entwicklung. Ich habe eine offene, neugierige Haltung und verstehe ein Symptom oder eine Störung als vorübergehend sinnvolle Lösung, die ein Mensch oder ein System (Paar oder Familie) entwickeln konnte, um mit einer schwierigen Lebenssituation umzugehen. Diese Lösungsstrategie kann aber im Verlauf des Lebens nicht mehr passend sein und in der Folge zu Symptomen oder Störungen führen, weil die Strategien der aktuellen Lebenssituation nicht mehr angemessen sind. Jeder Mensch besitzt zahlreiche Ressourcen und Stärken. In der Therapie geht es darum, diese gemeinsam zu entdecken und nutzbar zu machen und damit neue und passendere Lösungsstrategien für die Zukunft zu entwickeln.
In Konflikten zeigen sich oftmals für uns typische Verhaltensmuster, die sich im Verlauf des Lebens wiederholen. Die eigenen Beziehungsmuster und die damit einhergehenden Erwartungen und Gefühle zu reflektieren, kann helfen, diese Muster zu durchbrechen, neue Verhaltens- und Beziehungsmuster zu entwickeln und damit in Zukunft neue Wege zu gehen. Die Verbesserung der Beziehungsfähigkeit ist ein wichtiger Aspekt für ein zufriedenes, erfülltes Leben.
Ich lege ausserdem viel Wert auf Humor in der Therapie, denn Lachen macht das Leben leichter und Probleme erträglicher. Humor ist eine einfache und dabei sehr hilfreiche Möglichkeit, sich für einen Moment von einem Problem zu distanzieren. Aus der Distanz betrachtet, gelingt es uns oft besser, eine Lösung für unsere Schwierigkeiten zu finden.
Gefühle sind ein wichtiger Wegweiser für unsere Zukunft. Sie haben immer einen Grund und es ist wichtig, sie ernst zu nehmen und ihnen auf den Grund zu gehen. Unser Unterbewusstsein zeigt uns durch das Erleben unangenehmer Emotionen, wenn wir uns auf dem „falschen“ Weg befinden und hilft uns, uns darauf zu besinnen, was uns glücklich und zufrieden macht. Um den Gefühlen auf den Grund zu gehen, bediene ich mich oft imaginativer Techniken (IRRT).